Arten des Masochismus und/ oder der Unterwerfung
Das Folgende kann in der Realität in verschiedenen Abstufungen vorkommen. Auch in S/M-Szenen gibt es verschiedene Nuancen von Servilität und/ oder Selbstaufgabe; sie reichen vom Nachspielen eines schriftlich fixierten Schauspiels bis zur wenigstens vorübergehenden echten Unterwerfung.
Die folgenden Kategorien können sich überschneiden und enthalten nicht alle denkbaren Typen.
1.
WIDERSTREBENDER Masochismus/ Unterwerfung. Die Machtlosigkeit (echt oder vorgetäuscht) wird erotisiert, aber im Grund aber immer noch abgelehnt und gründet sich nicht auf eine echte, positive Einstellung zur Domina und zum Dienen.
a.)
DIREKT widerstrebend: Groll und Angst, ironische Verehrung oder geheime Verachtung der Domina, dessen, was die Domina tut (oder den/ die Unterwürfige/n tun lässt), oder die Menschen, die die Domina repräsentiert (z.B. alle Frauen), werden sexualisiert. Dazu gehören unter anderem
(I)
die frauenfeindlichen Aspekte der Fernsehwerbung und anderer Arten der Entrechtung,
(II)
männliche ´Wertschätzung´ des Weiblichen, wenn sie von einem ironischen Grinsen begleitet wird, und
(III)
meist, aber nicht immer, der klugscheißerische Masochismus.
b.)
INDIREKT widerstrebend: Nicht übel wollender Genuss an sexualisierten, abgeschwächten Situationen, die man im wirklichen Leben verabscheuen oder fürchten würde, z.B. Vergewaltigungs-Spiele und Genuss an sinnlichem, nicht echtem Auspeitschen. Der/ die indirekt widerstrebende Masochist/in oder Devote kann die Person, der er/sie sich unterwirft (oder es vortäuscht) respektieren oder auch nicht; aber in der Regel verabscheut er/sie die Persona, die die Domina spielt.
2.
EHRERBIETIGER Masochismus/ Unterwerfung gründet sich auf eine wirkliche positive Einstellung entweder zur Domina oder zu einer Persona, die die Domina annimmt sowie zur Servilität der Domina und/ oder der Persona gegenüber.
a.)
REDUZIERT: Bewundert wird nicht der ganze Mensch, sondern ein Fetisch, eine Person oder ein Charakterzug.
(I)
NACHEIFERND: Der typische schwule Sadomasochismus, in dem der Servus die Männlichkeit des dominanten Mannes sowohl bewundert als auch sich einverleiben möchte.
(II)
POLARISIERT: Der typisch heterosexuelle, vom Mann dominierte Sadomasochismus, in dem die Frau die Männlichkeit des Mannes zwar bewundert, sich aber nicht einverleiben möchte. Dazu kann auch die im Rittertum des Mittelalters verbreitete heterosexuelle unterwürfige Verehrung (Minne) zählen, die der Mann dem Weiblichen entgegenbringt, jedoch nur dann, wenn diese Verehrung ernst gemeint ist.
b.)
PERSONENBEZOGEN: Der/die Devote schätzt die Domina als menschliches Wesen und hat Sympathie für die vielfältigen Bedürfnisse und Wünsche der Domina sowie das Bestreben, diese zu befriedigen. (Wohl genau das, was die meisten echten Dominas – und sicher auch ich – von einem Sklaven oder einer Sklavin wollen. Doch reine personenbezogene devote Verehrung existiert wahrscheinlich nicht; denn ein/e Möchtegern-Sklave/Sklavin muß einige Kriterien haben, nach denen er/sie entscheidet, wem er/sie sich unterwirft. Und diese Kriterien, so vage sie auch sein mögen, stellen eine bildliche Vorstellung dar.)
3.)
MASOCHISMUS MIT MAKABREM HUMOR: Eine nicht feindselige Art des Masochismus, die auf einer Mischung von Angst und Vergnügen gedeiht. Kann Widerstand einschließen oder auch nicht. Enthält notwendigerweise ein gewisses Maß an Unterwerfung im Sinne eines Verzichts auf Selbstbestimmung (sonst gäbe es nichts zu fürchten), aber unter Umständen auch Manipulation der Domina (Beispiel: „OH! Das würdest du noch nicht mit mir tun, Herrin – oder doch?“, ihn furchtsamen, aber begierigem Ton gejammert). Wird oft von einer Vorliebe für exotische Marterinstrumente begleitet. An und für sich braucht der makabre Masochismus Verehrung und Knechtschaft nicht einzuschließen; aber es geht oft mit ehrerbietiger Unterwerfung einher. Sowohl der makabre Masochismus als auch die ehrerbietige Unterwerfung werden häufig von einer Vorliebe für das Mystische oder Jenseitige (z.B. einer Begeisterung für schwarze Kleidung und Szenen in Spukschlössern) begleitet.
Aus: „Das S/M Sicherheitshandbuch“
Ein Beitrag von Diane Vera
ikoo
(Siehe auch unter Buchempfehlung zum ES & EM Seminar.)
Der Nylonstrumpf ist ein Bekleidungsstück aus Polyamid (Handelsnamen: Nylon, Perlon) oder ähnlichen Mikrofasern.
Er ist relativ kurzlebig, da er zu Beschädigungen, insbesondere Laufmaschen, neigt. Er wird häufig sichtbar, beispielsweise unter Röcken, getragen und übt auf manche Menschen eine starke erotische Ausstrahlung aus, die bis zum Fetischismus gehen kann.
Die Dichte der Maschen wird durch die Maßeinheit „Denier“ (abgekürzt „den“) angegeben. Die den-Zahl gibt an, wie schwer ein Faden von 9000 Meter Länge ist. So wird ein 15-den-Strumpf aus einem Garn produziert, dessen Gewicht bei einer Länge von 9000 Metern 15 Gramm beträgt. Die Bandbreite reicht von 5 den bis zu 60 den.
Die Strumpfeigenschaften werden stark durch die Fadenstärke und Maschendichte beeinflusst. Im Allgemeinen gelten Strümpfe als um so haltbarer, wärmender und kräftiger im Farbton, je dicker die Fadenstärke und je weiter die Maschendichte ist. Umgekehrt gilt: Je dünner der Faden und je enger die Maschen sind, desto transparenter sind die Strümpfe.
Seine Geschichte
Im Jahr 1935 entwickelte Wallace Hume Carothers (Forschungsleiter des US-amerikanischen Chemiekonzern E.I. du Pont de Nemours & Co. - kurz DuPont) die erste Nylonfaser auf der Basis von Kohle, Luft und Wasser. Wenige Jahre später wurden die ersten Nylonstrümpfe in Wilmington angeboten: innerhalb von drei Stunden wurden 4000 Paar verkauft.
USA-weit verkaufte DuPont die ersten 5 Millionen Paar Nylonstrümpfe am 15. Mai 1940 („N“-Day) in ausgewählten Geschäften in US-amerikanischen Metropolen. Dabei gingen viele Kundinnen leer aus - die Ware reichte nicht.
1941 (Angriff auf Pearl Harbor) wurde Nylon aufgrund seiner Reißfestigkeit zum militärisch bedeutsamen Material. In großen Sammelaktionen patriotischer Frauenverbände wurden „Nylons“ für die kriegswichtige Produktion gespendet.
Zum Kriegsende wurden bei Macy´s in New York innerhalb von nur sechs Stunden 50.000 Paar verkauft. Von diesem Zeitpunkt an wurde Nylon dank seiner seidigen Beschaffenheit, seiner Feinheit und seiner kristallenen Transparenz zum meistgefragten Material bei der Strumpfherstellung.
Der Nylonstrumpf gehört zum unverzichtbaren Zubehör für Mannequins und Filmstars. Die ersten Strümpfe hatten noch eine Garnstärke von 70 bis 40 den, wurden jedoch sehr schnell abgelöst durch feinere von 30 bis 20 den und schließlich 15 den.
Im Jahre 1951 wurden 10 den erreicht.
Heute gibt es sogar Garne mit nur 5 den. Strümpfe mit einer Garnstärke über 40 den werden als blickdicht gehandelt, solche unter 15 den als Seehrs.
In den Jahren 1945 bis 1955 bestimmte der Nylonstrumpf mit Naht den Markt. Man machte aus der Not eine Tugend, denn es gab noch keine Wirkmaschinen, die die erforderlichen „Rundlinge“ produzieren konnten. - so musste das flache Gewirke durch Zusammennähen in Passform gebracht werden, gleichzeitig gab die rückwärtige Naht eine „schlanke Optik“, sofern die Trägerin die Strümpfe nicht schief oder verdreht trug. Typischerweise reichten die „Nylons“ etwa bis zur Mitte der Oberschenkel hinauf und wurden dort am Saum mittels längenverstellbaren Strapsen (Strumpfhaltern) vom Hüftgürtel oder Korselett gehalten bzw. in der halterlosen Variante mit und ohne Strumpfband.
Mit Verbesserungen der Wirktechnik gelang es schließlich die Strumpfrohlinge „endlos“ zu stricken. Dabei entsteht ein unifarbener Schlauch, der passend in die Länge geschnitten; an Ferse und Saum vernäht; mittels Hitze über eine Matrize in Form gebracht und auf Kundenwunsch eingefärbt wird.
Ab 1955 bis 1965 gewann dann dieser nahtlose Strumpf langsam Oberhand.
1965 bis 11970 begann - zusammen mit dem Minirock - die Strumpfhose (deren Produktionsweise weitestgehend der der Strümpfe entspricht) den Markt zu erobern und wird heute von der Mehrzahl der Träger Strapsstrümpfen oder auch halterlosen Feinstrümpfen vorgezogen.
(Quelle: Wikipedia)
Der „klassische“ Nylon
* hat 15 den (je höher die den-Zahl, um so blickdichter sind die Strümpfe)
* hat kein Lykra verarbeitet
* hat eine Naht
* hat eine erhöhte Ferse
Perlon-Strumpfhose
* gekreppt
* meistens hautfarben
* 20 den
* 100% Perlon
* maschinell mit Dampf eingekreppt, daher extrem dehnbar
* Nachteil: Raue Oberfläche
Strümpfe „normal“
* Halterlose mit verschiedenen Gummi-Spitzen-Abschlüssen
* Strümpfe mit Satin-Sheer-Effekt
* Netzstrümpfe (Feinmaschig oder engmaschig - besitzen keine den-Zahl, aus 80% Baumwolle und 20% Nylon-Gewebe. Netzstrümpfe haben keine Zehen- und Fersenteile, sind aus einem Stück gefertigt. Netzstrümpfe im Hochpreissegment haben ein Zwickel und eine Mittelnaht.)
Lurex-Strümpfe
* sind Perlon-Strümpfe, meistens zwischen 40 und 60 den (je nach Hersteller)
* mit 80% Glitzerpartikeln in verschiedenen Farben (Silber, Gold, Schwarz etc.)
Strumpfhose
* in Nylon mit Zwickel, 15 den
* in Perlon, 20 bis 60 den
* Perlon mit Satin Sheer (60 den, blickdicht)
Mikrofaser-Strumpfhose
* mit Zwickel, ohne Ferse und ohne Zehenstück
* bevorzugt in „schwarz“ getragen
Dan-Skin-Strumpfhose
* 80 den
* extrem engmaschig
* extrem glänzend
* erzeugt ein Bein, so glatt und fest, wie ein Puppenbein
* speziell entwickelt für Bühnentänzer
* Damen vom Straßenstrich bevorzugen diese Strumpfhose
Lady Tarna: „ Es wird prinzipiell kein Perlon- oder Nylonstrumpf in offenem Schuhwerk getragen. Für mich ist das eine Todsünde!“
In der Sado-Maso-Praxis konkurriert der Schuh mit der Unterwäsche um den Platz als häufigstes Symbol des Fetischismus.
Viele Sklaven wünschen sich nichts anderes, als auf dem Boden zu liegen, als Fußmatte, Schemel oder treuer Hund, um auf diese Weise ständig in der Nähe des Schuhes zu sein.
Für den Masochisten ist der Schuh erotischer als der Fuß, da der Schuh eine Sekundärquelle bedeutet; seine Künstlichkeit, seine Distanz zur Domina macht seinen erotischen Wert aus.
Ein bemerkenswerter Aspekt der Verehrung des weiblichen Fußes in hochhackigen Schuhen ist die Tatsache, dass die Frau in solchen Schuhen nicht nur sehr gut zu Fuß ist, der Gang auf diesen „Stelzen“ macht sie recht verletzlich. Geht sie auch noch so „schwankend“ und sind ihre Beinmuskeln auch noch so angespannt - in diesem Augenblick ist sie besonders groß an Gestalt, und tückisch. Ihre Pfennigabsätze werden zu Waffen, die sie beschützen, ein gut gezielter Tritt kann zur Kastration führen.
Freudscher Symbolismus vergleicht den Schuh mit dem weiblichen Geschlechtsteil, aufgrund seiner Form und seiner Hohlheit. So betrachtet wird der Fuß zum männlichen Gegenstück. Der beschuhte Fuß kommt also dem vollzogenem Geschlechtsakt gleich.
Der Anblick eines Fußes im Seidenstrumpf , der in einem zierlichen, glänzenden Lederpumps hinein und wieder hinausschlüpft, mag genügen, um den Sklaven ein Jahr lang mit „schamerfüllten“ Anfällen zu versorgen.
Der Sklave starrt auf den symbolischen, perfekten Sitz, den Fuß im Schuh, und verehrt ihn als etwas Unaussprechliches, weit Größeres als er selbst. Er „weiß“, es ist sehr schmutzig und falsch, ein Verlangen nach Sex zu hegen - es lässt sich nicht möglich machen - deshalb fordert er in passiver, glückseliger Erwartung den beschuhten Strumpf auf, nach ihm zu treten, auf ihm herumzutrampeln. Der Absatz des Stöckelschuhs wird oft als Phallus betrachtet. Der Sklave lutscht gern daran und möchte von ihm vergewaltigt werden.
Die Logik der Fußverehrung beruht darauf, dass der Fuß der unterste Teil des Körpers ist; der Sklave - ein niedriges Subjekt - fühlt sich in seiner Gegenwart besonders wohl. Und: Er fürchtet sich sogar davor, dass die Waffe, der grausam beschuhte Fuß, sich nicht gegen ihn richten könnte. Diese nüchterne Erklärung ist aber noch nicht alles.
In der altertümlichen Symbolik verkörpert der Fuß das Unterbewusstsein, unsere dunkelste und geheimnisvollste Eigenschaft.
Den Fuß um Gnade anzuflehen, ist wie die Bitte um Befreiung des Unterbewusstseins vom obsessiven Dämon der unerfüllten sexuellen Begierde.
Der Sklave erfleht von seiner Domina die Gunst, am Altar, dem Fuß, huldigen zu dürfen, in der Hoffnung auf sexuelle Zuwendung, die ihm nur selten gewährt wird. Er konzentriert sich dabei ganz auf den Fuß - bietet ihm zahlreiche Opfer an. Fußanbeter sind die ergebensten, die kriecherischsten und rührendsten Sklaven.
Der Fuß der Domina wird nicht wegen seiner direkten Qualitäten bewundert, sondern ist eigenartig unbeweglich - vom Fetischisten glorifiziert und perfektioniert, in Schnürschuhe gesteckt, die an eine Satanshufe erinnern.
Verarbeitete Quelle: Sellers, Terence: Der korrekte Sadismus, ikoo Verlag
Als sexueller Fetischismus wird in der Regel eine sexuelle Devianz (Normabweichendes Verhalten, Andersartigkeit) verstanden, bei der ein unbelebter Gegenstand, der so genannte Fetisch, als Stimulus der sexuellen Erregung dient.
Das fetischistische Verhalten unterscheidet sich individuell stark und kann sich auf einen einzelnen Gegenstand, auf mehrere Objekte, Materialien oder auch Körperteile des Partners beziehen.
Die extremste Form des sexuellen Fetischismus tritt dann ein, wenn der Fetisch als vollständiger Ersatz für die partnerschaftliche Sexualität dient. Wenn die sexuelle Befriedigung ohne Verwendung des Fetisch erschwert ist oder unmöglich wird.
Der Ursprung des Begriffs liegt im lateinischen factīcius, was soviel bedeutet wie „nachgemacht“ oder „unecht“. „Fetisch“ ist später aus dem Französischen (fétiche) entlehnt und wurzelt im Portugisischen (feitiço), in der es die Bedeutung „Zauber“ oder „Zaubermittel“ hat.
Prinzipiell kann jeder Gegenstand zum Fetisch werden. Hiervon ausgenommen sind Objekte, die schon von vornherein als Sexspielzeug für den gebrauch beim Sexualakt bestimmt sind, beispielsweise Dildos oder Vibratoren.
Manche Kleidungsstücke haben in ihrer Ausrichtung bereits eine erotische Komponente. Ein Beispiel hierzu ist Reizwäsche. Inwiefern diese dann als Fetischobjekt oder allgemein erotisierend wirkt, ist schwer abzugrenzen.
Eine getragene Unterhose des Partners, deren Geruch zur sexuellen Erregung bei der Masturbation dient, ist durch ihren Bezug zu der Person (pars pro toto) nicht zwangsläufig als fetischistisches Objekt zu verstehen, während dies für ungetragene oder selbst getragene Wäschestücke durchaus gelten kann.
Die am häufigsten anzutreffenden Fetische sind Kleidungsstücke wie Schuhe (Schuhfetischismus), Strümpfe, Strumpfhosen, Unterwäsche, Schürzen, Sport und Badebekleidung, Uniformen, Regenbekleidung (Klepper) sowie Brillen und Piercings.
Nicht selten beschränkt sich der Fetisch auf ein einziges Modell oder ein konkretes Exemplar. Entscheidend kann auch sein, ob die Kleidung getragen wurde oder wer der Vorbesitzer war. Manche Kleidungsstücke werden bestimmten Szenarien zugeordnet, beispielsweise Windeln...